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Einige weitere Tage vergingen mit E-Mails (Holger war gezwungen den Messengeraccount aufgrund der stark ansteigenden Nachrichtenfrequenz zu ändern), in denen erklärt wurde, alles sei jetzt bestens - Inge erhole sich gut und bereue den Eingriff auch nicht. Und die kleinen Unwahrheiten wären wohl auch nicht ganz richtig gewesen.
"Alle Blutwerte sind jetzt okay, mein Bauch wird langsam kleiner, die Blutungen lassen nach..Es gibt ein Ultraschallfoto, einen pathologischen Bericht und natürilch die Ratenzahlungsvereinbarung wo genaustens draus hervorgeht was gemacht wurde. Du willst nichts von mir..ich nicht von dir, Die netten Stunden vergessen wir... ist. Habe auch alle Informationen über dich heute morgen vernichtet, will dir auf kein Fall schaden. Es gibt ein Sprichwort, das heißt *Eine Liebe zu dem Anderen, hängt nichtdavon ab, was der Andere empfindet* Ich glaube ich habe jetzt mit der Mail und der Vergangenheit abgeschlossen, mein Herz frei gemacht für jemand der auf mich wartet."
Alles bestens also..... doch weit gefehlt....
Es dauerte nur einen weiteren Tag, da Holger weiterhin keine Veranlassung sah auf die Verabschiedung zu reagieren.
"Soll ich dir ein Ultraschallfoto senden? Von 2 Fruchthöhlen die auf dem besten Weg sind putzmunter zu werden. 2007 wird ein Jahr werden was dich immer an den 10.06. erinnern wird, und das ein Leben lang. werde dir mal in 3 monaten ein bild vom bauch senden lach lach"
Aus der ungewollten, mehrfach abgebrochenen Schwangerschaft einer 52jährigen war nun eine Schwangerschaft mit heranwachsenden Zwillingen geworden.
Von diesem Zeitpunkt an machte Holger auch Bekanntschaft mit Inges vielen Freunden und Bekannten, die alle über einen Internetanschluss mit mindestens einer Mail-Adresse verfügten, und dies auch rege nutzte, um Holger ihre Meinung zu seinem schändlichen Verhalten mitzuteilen.
Und das nicht nur einmal.... Holger bekam nun mehrfach täglich nette Post von Marc (seines Zeichens Polizist und bester Freund von Inge), dessen Schwester Marie (Jugendamt-welch ein Zufall) und Rosi, der ehemaligen Schwägerin Inges.
Alle drohten Holger mit Konsequenzen und ewiger Verdammnis. Erstaunlich nur, dass alle die gleichen Redewendungen benutzten und die gleichen Rechtschreibfehler machten - aber bestimmt nur ein Zufall.

Auch Holgers Anrufbeantworter und SMS Speicher blieben nicht verschont...
So sah er sich gezwungen fürs erste die Nummern zu ändern und unerwünschten Anrufern zumindest diesen Weg zur recht einseitigen kommunikation zu versperren.
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